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U15 - Die Halbzeitanalyse

Aachen. Bei unseren C-Juniorinnen in der Verbandsliga des Fussballkreises Mittelrhein ist Winterpause. Für unsere Mannschaft bedeutet das nach der erfolgreichen Qualifikation in der Bezirksliga nun auch in der Verbandsliga Platz 1. Wie es dazu kam und wie es im Rest der Saison weiter gehen wird schauen wir uns im Folgenden an.



Unsere U15 startete wie alle anderen Jugendteams in dieser Saison auch, mit einem neuen Trainergespann in die Saison. Hauptverantworlich für das Team ist nun seit Beginn der Spielzeit 2018/19 Bernhard Blaszczyk, vormals für die C-Juniorinnen der SG Eschweiler/Donnerberg verantwortlich und bereits sei April in unterstützender Funktion im Verein.
Mit ihm ging es in der ersten Hälfte der aktuellen Spielzeit in der C-Juniorinnen Bezirksklasse (Quali Staffel 1) um die Qualifikation für die Verbandsliga Mittelrhein. Dort spielte man in einer Fünferstaffel gegen Kaster, Bergheim, Kornelimünster und Hörn. In vier einseitigen Spielen konnte man die Gegnerinnen mit vier Siegen aus vier Partien und 23:3 Toren klar distanzieren und sich damit souverän für die Verbandsliga qualifizieren in der man zur Zeit gastiert.

In dieser Spielklasse wird nun bis zum Ende dieser Saison in einer Achterstaffel im bekannten Modus (Hin- und Rückspiel) der Meister ausgespielt. Für unsere Mannschaft heißt es dabei gegen Südwest Köln, SV Kaster, RW Merl, Rheinsüd Köln, Bergfried Leverkusen, VfL Kommern und TuS Birk zu bestehen. Das man dabei nach bereits vier Spieltagen auf einem guten Weg ist beweist ein Blick auf die aktuelle Tabelle wo unsere Alemannia mit 10 Punkte und 8:0 Toren vor den Verfolgern Südwest Köln (8), RW Merl (6) und Rheinsüd Köln (6) auf dem ersten Tabellenrang steht.
Zum Saisonstart konnte man wie schon in der Qualifikation gegen den SV Kaster deutlich mit 5:0 gewinnen bevor es auch auswärts beim TuS Birk zu einem 0:1 Auswärtssieg reichte. Nach einem weiteren souveränen Heimsieg beim 2:0 gegen VfL Kommern kam man im bisher letzten Meisterschaftsspiel gegen RW Merl nicht über ein 0:0 Unentschieden hinaus.

Zwischenzeitlich konnte die Mannschaft auch im Pokal in der 1.Runde gegen Eintracht Kornelimünster mit 6:0 gewinnen.

Für unsere C-Juniorinnen scheint diese Sasison bisher so etwas wie ein Selbstläufer zu sein. Ob es an der Klasse unserer Mannschaft liegt oder an anderen Dingen lasse ich dahin gestellt, ggf kann uns Trainer Bernhard Blaszczyk in dieser Hinsicht auf die Sprünge helfen. 

© Bernhard Blaszczyk (facebook)
Ich habe mit ihm über das vergangene Halbjahr und die restliche Spielzeit gesprochen:

Hallo Bernhard, vielen Dank für deine Zeit!

Hallo Benjamin, die Zeit nehme ich mir sehr gerne, vor allem da es sich um mein erstes Interview als Fußballtrainer handelt.

Schauen wir uns deinen Werdegang bei der Alemannia chronologisch an. Du bist seit Anfang dieser Saison Trainer unserer U15-Juniorinnen. Wie ist es dazu gekommen?

Zu der Konstellation ist es vor allem gekommen, weil Dino Hasagic, Trainer der U17 Juniorinnen und der Damen 2, mich vorgeschlagen hat. Bei Dino habe ich so ziemlich alles gelernt, was ich über das Fußballtraining weiß. Er bildet mich seit fast 3 Jahren in seiner Freizeit aus. Wir sitzen an vielen Abenden in unserem Stammschnellrestaurant zusammen und er versucht mir möglichst viel Wissen zu vermitteln. Zusätzlich zeigt er mir während seiner Einheiten viele praktische Übungen. Dafür vielen Dank lieber Dino.
Vor meinem Engagement als Trainer der U15 Juniorinnen durfte ich bei den Mädels von Rhenania Eschweiler alles das ausprobieren, was Dino mir gezeigt hat.  


Du hast bei deiner vorherigen Station bei den C-Juniorinnen des SG Eschweiler/Donnerberg erste Erfahrungen im Bereich des Mädchennachwuchsfussballs sammeln können. Wie unterscheidet sich diese Station im Vergleich zur aktuellen Aufgabe bei der Alemannia?

Ja das ist richtig. Der größte Unterschied liegt wohl in der Zusammensetzung des Kaders. Hier bei Alemannia Aachen kann ich mit 20 hochmotivierten und äußerst talentierten Spielerinnen arbeiten. Meine Truppe ist derart motiviert und es herrscht schon aufgrund des großen Kaders ein gesunder Konkurrenzkampf der u.a. für eine sehr hohe Trainingsbeteiligung sorgt. Die meisten der Mädchen sind sehr gut ausgebildet und ich kann recht komplexe Übungen machen und auch schon im taktischen Bereich viel arbeiten.
Dennoch ist mir natürlich sehr wichtig, dass wir eine tolle Stimmung im Team haben und die Mädchen gut betreut werden. Ähnlich wie bei meiner ehemaligen Mannschaft stelle ich den Teamspirit sehr in den Vordergrund.
Ein großer Unterschied ist natürlich auch, dass hier bei Alemannia Aachen ganz klare Saisonziele ausgegeben werden, die es zu erreichen gilt.   


Was würdest du sagen sind die größten Unterschiede zwischen dem Arbeiten mit Mädchenmannschaften im Vergleich zu dem mit Jungenteams?

Da ich bisher nur für 3 Monate die 1. Herrenmannschaft von Rhenania Eschweiler interimsweise im Jungenbereich trainiert habe, kann ich dazu wenig sagen. Mehr Spaß haben mir allerdings die Mädels gemacht. 

Schauen wir auf die aktuelle Spielzeit. Ihr seid in der Qualifikation zur Verbandsliga souverän auf dem ersten Platz gelandet. War dies überhaupt herausfordernd oder ein Selbstläufer?

Ein Selbstläufer ist sicherlich übertrieben, aber wir waren schon sehr dominant. Wir haben die Vorbereitung sehr ernst genommen und viele Testspiele und viele gute Einheiten absolviert. Zusätzlich verfügt mein Kader über eine große individuelle Qualität, die in der Bezirksliga sicherlich selten zu finden ist.

Auch in der aktuell ausgespielten Verbandsliga sieht es nach nunmehr vier Spielen bisher sehr gut aus. Lediglich beim 0:0 zuletzt gegen RW Merl musstet ihr Punkte lassen. Die weiße Weste habt ihr dennoch immer noch. Wird diese Klasse euren Ansprüchen gerecht?

Ja das stimmt. Wir stehen auf Platz 1 und haben bisher noch kein Gegentor. Die Gegner spielen inzwischen äußerst defensiv und stellen meist den kompletten Mannschaftsbus ins Tor. Für meine Mädchen bedeutet dies, das sie viel Geduld aufbringen und sich jedes Tor hart erarbeiten müssen. Vorher war dies etwas einfacher, weil die Gegner meist versucht haben mitzuspielen und wir unser sehr starkes Umschaltspiel mit hohem Geschwindigkeitsüberschuss auspielen konnten. Das ist nun deutlich schwieriger. Wir versuchen das mit viel Ballbesitz und häufigen Spielverlagerungen zu kompensieren. Was man auch daran erkennt, dass wir noch kein Gegentor haben.

Als Außenstehender stelle ich mir bei einer solchen Saisonbilanz die Frage ob es nicht sinnvoller wäre die Mannschaft für eine höhere bzw. ältere Spielklasse zu melden, um eine größere Herausforderung zu haben. Siege sind zwar schön und fordern das Selbstvertrauen, aber nicht immer die fussballerischen Qualitäten der Spielerinnen um deren Ausbildung es ja primär geht. Wie stehst du zu dieser Thematik?

Mit diesem Thema beschäftigen wir uns natürlich auch. Eine höhere Spielklasse als die Mittelrheinliga gibt es für U15 Teams leider nicht. Andererseits habe ich viele Mädchen aus dem Jahrgang 2006 im Kader, die eigentlich noch bei den D-Juniorinnen spielen dürfen. Die 2005er Mädchen spielen und trainieren hin und wieder bei der U16 und der U17 um sie langsam heranzuführen.
Die sportliche Herausforderung für die Mädchen versuche ich über viele Testspiele gegen U17 Bezirksligateams zu kompensieren, die wir allerdings auch alle gewonnen haben nur eben nicht so überlegen.
Das Highlight war sicherlich das Testspiel gegen die U15 Juniorinnen von Borussia Mönchengladbach, die ausschlißlich gegen Jungen spielen. Das Spiel konnten wir mit 3 zu 0 für uns entscheiden. Hier konnten die Mädchen alles das abrufen, was sie bisher gelernt haben. Das Ergebnis zeigt, das der eingeschlagene Weg zumindest nicht falsch ist.
Im Training werden die Leistungsträger immer häufiger in den Teams der U16 und U17 eingesetzt.

Da ich leider immer noch keinen Co-Trainer habe möchte ich hier auch ganz herzlich meinen beiden Betreuerinnen Renate und Nicole vielen Dank sagen, die in dieser Situation sehr stark gefordert sind und einen tollen Job machen.


Ändern lässt sich das zum aktuellen Zeitpunkt nicht, blicken wir noch auf den Rest der Saison, steckt ihr euch "nur" das Ziel der Meisterschaft oder gibt es noch andere Dinge die ihr erreichen wollt?


Das oberste Ziel lautet natürlich Meisterschaft. Aber auch im Pokal möchten wir gerne den Vorjahreserfolg wiederholen und zumindest ins Finale einziehen.
Mein persönliches Ziel ist es, möglichst viele der Mädchen so auszubilden, das sie den Sprung in die U17 Regionalligamannschaft schaffen und sich ihre Persönlichkeit in Richtung Leistungssport entwickelt.
Durch unsere tollen Ergebnisse haben wir uns einige Einladungen zu hochkarätigen Hallenturnieren erarbeitet. Hier vor allem den Ultrabio-Cup in Gütersloh am 5.1.2019. Wir fahren mit dem Bus zu dem Turnier mit Übernachtung und treffen dort u.a. auf die Teams von Werder Bremen, VFL Wolfsburg, VFL Bochum, Arminia Bielefeld und Bayer Leverkusen. Das wird für mich und die Mädels sicherlich ein weiteres Highlight der laufenden Saison werden.
   


Viel Erfolg dabei und vielen Dank das du dir die Zeit genommen hast!

Das habe ich sehr gerne gemacht. Ich wünsche Dir und Deiner Familie ein gutes Jahr 2019. 


Bericht & Interview: Benjamin

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