Direkt zum Hauptbereich

U17 - Die Halbzeitanalyse

Aachen. Es ist Winterpause in der Regionalliga der U17-Juniorinnen unserer Alemannia aus Aachen. Zeit für eine kleine Rückschau auf das vergangene Halbjahr.


Unsere B-Juniorinnen spielen in dieser Spielzeit wie schon in der Saison 2017/18 (Platz 6) in der Regionalliga. In der ganzjährig stattfindenden Meisterschaft geht es gegen 11 andere Teams, unter anderem den Nachwuchsteams des 1.FC Köln, der SGS Essen und den aktuellen Tabellenführer DJK Arminia Ibbenbüren.
Für unsere Mannschaft hieß es nach der starken Auftaktsaison und der nicht minder erfolgreichen zweiten Spielzeit nun im dritten Jahr mit einer stark veränderten Mannschaft (viele Abgänge in die Seniorinnenteams) und einem neuen Trainergespann den guten Eindruck zu bestätigen und sich in der Liga zu behaupten.
Zum Saisonstart konnte man sich gegen starke Duisburger zuhause nicht mehr als ein Ehrentor erkämpfen, klar verlor man mit 1:5, bevor es auch im ersten Auswärtsspiel gegen Bielfeld eine 3:2 Niederlage gab. 
Dann jedoch konnte man gegen die U16 des 1.FC Köln mit einem 6:2 Sieg ein erstes positives Zeichen setzen. Allerdings wollte sich in den folgenden Partien nie so etwas wie Konstanz einstellen, zu unterschiedlich war die Heim- und Auswärtsbilanz. Zuhause konnte man die folgenden Partien gegen Essen, Mecklenbeck und Menden jeweils knapp aber überwiegend verdient gewinnen. Auswärts hingegen lastete ein sich manifestierender "Auswärtsfluch" auf der Mannschaft. Niederlagen gegen Ibbenbüren und Herford sowie Remis gegen Gladbach und Rhade hieß in der Auswärtstabelle bis zum letzten Spiel gegen Bedburg-Hau Platz 11. Umso schöner aus Alemanniasicht dann der vorerst letzte Auswärtsauftritt den man klar mit 1:6 gewinnen konnte und sich somit vom Fluch befreien konnte und in der Tabelle einen Sprung auf den fünften Tabellenrang macht!


Wir haben Trainer Dino Hasagic nach seiner Meinung zur abgelaufenen Halbserie befragt:

Moin Dino, vielen Dank das du dir die Zeit nimmst!


Tach Benjamin, ich freue mich auf das Interview.

Herzlichen Glückwunsch zur tollen ersten Hinserie als Trainer unserer U17-Juniorinnen! Drei Worte, die dir in den Sinn kommen wenn du zurückblickst?

Stark gemacht Mädels!

Ein Leben ohne Fussball... vorstellbar?


Ähmmm – definitiv NEIN.

Neben unserer 2.Mannschaft betreust du seit dieser Saison sehr erfolgreich auch unsere U17-Juniorinnen. Wie kam es dazu?


Ich hatte in den letzten fünf Jahren immer zwei Teams parallel. Zuletzt neben Alemannia Aachen II noch die U17 Mädels der Sportfreunde Hörn. Eigentlich war mein Plan ab Sommer nur noch ein Team zu haben und mich mehr um mein Privatleben zu kümmern. (lacht) Der Zeitpunkt auf der Hörn aufzuhören war perfekt, so stand meine Entscheidung schon im Winter fest. Meine U17 Mädels hatte ich von der U10 bis zu U17 trainiert. Wir haben gerade eine super Saison gespielt und am Ende sogar den Aufstieg in die U17 MRL gefeiert. Es war klar, dass die Jugendlaufbahn der meisten Mädels im Sommer zu Ende geht uns so war es auch für mich Zeit zu gehen.
Wie das im Leben dann so ist, bekam ich im Sommer unerwartet das Angebot die U17 der Alemannia zu übernehmen. Da muss man keine zwei Sekunden zögern, sondern direkt zuschlagen. Markus, Sandra und Dana haben über Jahre herausragende Arbeit geleistet und mir toll ausgebildete Mädels dagelassen. Nicht nur das, sie haben auch im Hintergrund tolle Strukturen geschaffen und mir damit eine Traumaufgabe überlassen. Machen wir uns nichts vor, hätte die private Situation das Trainerteam nicht zum aufhören gezwungen, wäre diese Stelle über Jahre hinweg nicht neu zu besetzen gewesen und das vollkommen zurecht. Ich hatte unfassbares Glück zum richtigen Zeitpunkt die nötige Zeit zu haben und dann auch noch das große Glück, dass mir die sportliche Führung der Alemannia das Vertrauen schenkt beide Teams zu trainieren, denn eines ist klar. Die Frauen II aus heiterem Himmel einfach abgeben, dass hätte ich im Sommer nicht gemacht. So haben wir aus meiner Sicht die aktuell perfekte Lösung gefunden. Jugend und Frauen rücken noch näher an einander und der Übergang aus der Jugend zu den Frauen wird für die Mädels leichter.

Zum Saisonstart musstet ihr euch zunächst klar dem MSV Duisburg (1:5) geschlagen geben und konntet dann auch gegen die DSC Arminia Bielefeld (2:3) keine Punkte ergattern. Ein klassischer Fehlstart?

Wenn man nur auf das nackte Ergebnis guckt, dann wird man schnell zu dem Schluss kommen. Fehlstart.  Hat man das Spiel aber über 80min gesehen, muss man feststellen, dass der MSV unfassbar effektiv und wir unglaublich uneffektiv waren. Der MSV macht aus sieben Chancen fünf Tore. Die ersten drei Schüsse waren direkt drin. Wir machen hingegen aus gut einem Dutzend Chancen nur ein Tor. Wir haben ein super Spiel gemacht, uns hat aber das Spielglück gefehlt, dieses hatte der MSV zu Hauf, so geht die Niederlage in Ordnung, fällt aber viel zu hoch aus.

Zuhause lief es im Rest der Hinrunde dann punktetechnisch hervorragend, auch wenn durchgängig knappe Siege eingefahren wurden. Ein Grund um noch an ein paar Stellschrauben zu drehen?

Definitiv. Nehmen wir die Partie gegen die U16 des 1. FC Köln heraus, so haben wir alle Heimspiele mit nur einem Tor Vorsprung gewonnen. Gegen die U16 von SGS Essen führen wir bis zur 78min mit 3:0 und bekommen dann in den letzten zwei Minuten zwei Gegentore. Ähnliches passiert uns gegen Mecklenbeck. Daran haben wir schon gearbeitet (Resultat sind die Last Minute Treffer in Rhade und gegen Menden) und wir müssen noch mehr daran arbeiten. Die späten Gegentore waren alle auf Konzentrationsmängel zurückzuführen und die Ursache haben wir in zu früher Selbstsicherheit ausgemacht. Wir sind gedanklich direkt schon in die Kabine gegangen wenn das Schiedsrichtergespann die letzten Minuten eingeläutet hat und das kann man sich in der Liga einfach nicht leisten. Wir haben im Training einige Abläufe geändert und gemeinsam daran gearbeitet, auch im Schlussspurt noch hellwach zu sein. Ich hoffe, dass wir das in der Rückrunde bestätigen können.

Im Gegensatz zur fast makellosen Heimbillanz war die Auswärtsbillanz bis zum klaren 1:6 Sieg im Spiel gegen Bedburg-Hau sehr mager. Was waren da die Gründe und dürfen wir uns in der Rückrunde über mehr Auswärtspunkte freuen?

Die Auswärtsbilanz liest sich tatsächlich nicht so schön, aber man muss auch sagen, dass der Spielplan uns in der Hinsicht nicht gnädig war. Mit Ausnahme von den Gastspielen in Mönchengladbach und Bedburg-Hau haben wir nur richtig lange Touren gehabt. Nach einer Busfahrt von mehr als 3,5 Stunden ist es nicht leicht die volle Leistung abzurufen, da fehlen dann schon mal schnell 5-10% Frische und in einer so ausgeglichenen Liga kann das schon der spielentscheidende Faktor sein. Wenn meine Theorie stimmt, dann sollte in der Rückrunde 1-3 Punkte mehr auf dem Auswärtskonto stehen. Außer der Fahrt nach Mecklenbeck haben wir nur eher kurze Auswährtsfahrten, da hoffe ich, dass wir was frischer und wacher auftreten und somit unser volles Potenzial abrufen können und dann den einen oder anderen Punkt mehr mit im Gepäck haben. Leicht wird es nicht, aber wir werden alles versuchen, was im Rahmen  unserer Möglichkeiten steht.

Welches War das bisher beste Spiel der Saison, welches das schlechteste?


Puh, dass ist eine der schwierigsten Fragen, die man einem Trainer stellen kann (lacht).

Das Beste Spiel ist mit Sicherheit die Partie gegen die U16 des 1. FC Köln. Da haben die Mädels großartiges geleistet. Mental und spielerisch waren sie auf dem Punkt da und haben ihre ganze Stärke abgerufen. Das hat schon richtig Spaß gemacht. 😊

Die schlechteste Partie haben wir vermutlich in Ibbenbüren abgeliefert. Die Anfahrt war schon sehr unangenehm und anstrengend mit sehr vielen Staus.  Die Mädels sind von der ersten bis zur letzten Minute nicht richtig ins Spiel gekommen und so hatte Ibbenbüren leichtes Spiel mit uns.

Für mich persönlich war Rhade die schlechteste Partie, da habe ich mich in der Halbzeit vercoacht und durch zwei falsche Entscheidungen die Mädels um den verdienten Sieg gebracht. Aber gut, dass gehört zum Spiel. Ich habe es für mich analysiert und abgehakt.

Ein kurzer Ausblick auf die folgende Rückrunde: Was erhoffst du dir?

Ich erhoffe mir, dass wir die Heimdominanz weiterhin aufrechterhalten können und auswärts noch einen deutlichen Sprung machen und somit über die ganze Rückrunde nicht in Abstiegsgefahr geraten und mindestens den fünften Tabellenplatz bis zum Saisonende verteidigen. Die Aufgabe ist nicht leicht, aber wir nehme die Herausforderung gerne an.

Die Winterpause ist zwar nicht besonders ausschweifend in dieser Saison, dennoch die Frage für alle Fussballverückten, gibt es ein "Winterprogramm"?


Die Winterpause wird tatsächlich nur kurz ausfallen. Wir konzentrieren uns schon voll auf die Hallensaison und hoffen uns dort für die Westdeutsche Hallenmeisterschaft qualifizieren zu können. Der Beginn war schon vielversprechend. Beim Turnier des FSC Mönchengladbach ist uns schon der erste Turniersieg gelungen.

Vielen Dank und bis bald!

Immer gerne und bis bald. 


Bericht & Interview: Benjamin

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

1.MS: Auswärtsspiel gegen Arminia Bielefeld

Am 3. Spieltag führte uns der Weg nach Ostwestfalen zum Meisterschaftsfavoriten Arminia Bielefeld.
Unsere Mädels kamen gut in die Partie und besaßen auch die erste Torchance der Partie. Laura Jendrzejiko setzte sich über außen schön durch. Ihre Hereingabe fand im Zentrum Fumika Akagi. Ihr Torabschluss wurde in der letzten Sekunde noch zur Ecke geblockt.
Kurz darauf gingen die Gastgebeberinnen mit der ersten Chance im Spiel mit 1:0 in Front. Sie spielten einen technisch starken und schnellen Fußball mit zum Teil langen diagonallen Bällen hinter die Abwehrkette.
Das 2:0 viel in der 17. Spielminute.
Nach 21 gespielten Minuten bekamen wir einen Freistoß am 16er Eck zugesprochen. Fumika Akagi brachte ihn aufs Tor. Die Keeperin konnte den Ball noch parieren. Den Abpraller beförderte Svenja Streller aufs Tor. Auch dort bekamen die Gastgeberinnen noch eine Fußspitze dazwischen.
Zur Halbzeit ging es mit einem 4:0 in die Kabinen. Jacqueline Broux die ihr erstes Spiel bestritt blie…

U 16: Viertelfinale C-Juniorinnen FVM-Pokal gegen Fortuna Köln (Freitag, 20.04.18)

Bei strahlendem Sonnenschein , 28 Grad C auf dem Kunstrasenplatz Hasselholz und guter Stimmung
spielten unsere Mädels gegen die Mädels von Fortuna Köln.

Von vornherein waren unsere Spielerinnen spielbestimmend ( 80 % Ballbesitz übers ganze Spiel), das 1:0 fiel in der 17. Minute durch energischem Einsatz der Stürmerin gegenüber der gegnerischen Torhüterin.

Weitere klare Torchancen konnten leider nicht genutzt werden. Dieses 1:0 reicht auf jeden Fall zum Einzug ins Halbfinale!

Bericht und Fotos: G.M.

1.MS: letzter Heimspieltag - unser Gast GSV 1910 Moers

Am letzten Heimspieltag der Saison 2017/2018 sollte unser Anhang am Ende der Partie allen Grund zur Freude haben. Bei sommerlichen Temperaturen von knapp an die 30 Grad ertönte der Anpfiff des Unparteiischen um kurz nach 15 Uhr.
Im sogenannten wichtigen 6 Punktespiel erwischten die Gäste aus Moers den besseren Start und gingen in der 7. Spielminute mit 0:1 in Front. Nach diesem frühen Nackenschlag lief nicht viel zusammen, sodass das kampfbetonte Spiel sich zumeist in der neutralen Zone abspielte.
Unsere Mädels besaßen zwei nennenswerte Szenen in der ersten Halbzeit. Nach 18. gespielten Minuten setzte sich Laura Jendrzejko stark über die Außenbahn durch und flankte den Ball scharf nach innen. Aufgrund eines Platzfehlers kam unsere Einschuss bereite Adriane Radtke nicht mehr an den Ball.
Nach 36 gespielten Minuten fasste sich unsere Stürmerin Svenja Streller ein Herz und zog aus ca. 30 Metern Torentfernung ab. Ihr Torabschluss klatschte noch auf die Querstange.
Tief durch…